Swissmotor Folgeserie
"Fahrzeuge der Schweizer Armee"

Dodge

Text: Markus Hofmann
Bilder: Markus Hofmann / Max Martin / Armeefotodienst / KW
1914 wurde durch John F. Dodge (geboren 1864) und Horace E. Dodge (geboren 1868) die Firma Dodge Brothers gegründet. Durch ihre sehr soliden und preisgünstigen Fahrzeuge stellte sich bald ein grosser Erfolg ein. Dodge avancierte hinter Ford und Willys-Overland zum drittgrössten Automobilhersteller der USA. 1920 starben beide Dodge Brüder durch Krankheit und die Firma kam nach der kurzfristigen Uebernahme durch Finanzleute im Jahre 1928 definitiv zum Chrysler-Konzern.

Dodge ist bis heute eine erfolgreiche Marke geblieben, die Dodge Personenwagen sind im Segment Preisgünstig und Robust positioniert, während die "Light Trucks" als besonders kräftig gelten. Die Abstammung vom Dodge WC und CC des zweiten Weltkrieges über die Power Wagon zu den heutigen Modellen Ram, Dakota und Durango ist für den Kenner immer noch sichtbar. Seit 1927 werden Dodge Nutzfahrzeuge auch in England montiert. Dodge hat eine sehr lange Tradition als Lieferant von Militärfahrzeugen. 1916 erfolgten erste Lieferungen an die US-Army als Stabsfahrzeuge und Ambulanzen.

Dass Dodge zu Beginn des Krieges als Hauptlieferant von leichten Nutzfahrzeugen für die US-Army ausgewählt wurde lag darin, dass 1937 bei der Evaluation Dodge mit dem 0,6 t Truck über ein ausgereiftes Fahrzeug verfügte und dass im soeben fertig gestellten Werk "Mound Road" in Warren (Detroit, Michigan) genügend Kapazität für die Herstellung von grossen Serien von leichten Nutzfahrzeugen vorhanden war. Dieses Werk ist heute noch Herstellungsort von einigen Dodge Ram Modellen.

Vom Dodge WC und CC 0,6 t wurden von 1938 bis 1942 total 82'000 Stück hergestellt. Da dieses Fahrzeug direkt von einem bestehenden Zivilfahrzeug abgeleitet war zeigten sich im militärischen Betrieb doch einige Schwachpunkte. Deshalb wurde er ab 1942 durch den Typ CC und WC 0,75 t ersetzt. Dieser war etwas stärker, kräftiger und ganz für den militärischen Einsatz konzipiert. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges wurden total 400'000 Dodge Militärfahrzeuge produziert. Ueber 2000 davon wurden nach Ende des Krieges auch an die Schweizer Armee verkauft (Aktion Surplus). Die Fahrzeuge stammten aus verschiedenen Lagern (Böblingen, Kassel, Paris, Verdun) und die Preise waren im gleichen Rahmen wie für die Jeeps, das heisst Fr. 3600.—für Dodge CC und WC 0,6 t, Fr. 8000.—für Dodge CC und WC 0,75 t wie auch für GMC und Ford Canada. Der Dodge wurde als Mannschafts- und Transportfahrzeug allen Waffengattungen zugeteilt. Ersetzt wurde er durch Mowag, Unimog S und Steyr-Puch Pinzgauer.

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Dodge CC ½ t 4x4, Benzinmotor Sechszylinder in Reihe, 3772 ccm, 93 PS (SAE), mechanisches Viergang-Schubradgetriebe, Vorderradantrieb zuschaltbar (alle Typen gleich). Je nach Einsatzzweck wurden 10% bis 30% aller Dodge mit Seilwinde ausgerüstet (Frontwinde "Braden", Zugkraft 2500 kp, Seillänge 90 m, mechanisch angetrieben mit Ueberlastschutz durch Scherstift).

 

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Dodge WC 0,75 t 4x4, Weapons Carrier = Waffenträgerfahrzeug für Infanteriewaffen (schweres Maschinengewehr oder Mörser) mit 10 Sitzplätzen. Werksbezeichnung WC-51.

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Dodge WC 0,6 t 4x4

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Dodge WC 0,75 t 4x4 mit Seilwinde (Werksbezeichnung WC-52).

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Dodge WC 1 ½ t 6x6 (WC-63), in allen Teilen gleich wie übrige Modelle, aber mit zusätzlicher Getriebeuntersetzung (Geländegang).
Dieses Fahrzeug wurde konzipiert für den üblichen 12-Mann US-Army Infanterietrupp.
43'000 Stück wurden produziert. Die Schweizer Armee besass nur 10 Stück, eingesetzt hauptsächlich auf Waffenplätzen und in AMP.

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Dodge 0,8 t 4x4 Sanitätswagen (WC-54). 26000 Stück hergestellt von 1942 bis 1944. Kastenaufbau mit Hecktüren und abklappbarem Trittbrett, Platz für 4 liegende Verwundete oder 8 bis 10 sitzende Verwundete. Bestand in der Schweizer Armee 1960 noch 50 Stück, ersetzt ab dann durch Mowag 0,7 t 4x4 Sanitätswagen

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Dodge CC ¾ t 4x4, Command Car, Kommandofahrzeug mit 5 Sitzplätzen

Das Buch zur Serie

 


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